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Nachfrage nach Interim Managern stabil mit moderatem Wachstum

Die DDIM – Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V. – befragte jüngst Provider und Sozietäten über die Marktsituation beim Interim Management im 1. Halbjahr 2014. Während die Mehrzahl der 16 Antworten ein stabiles Geschäft mit positiver Tendenz anführte, berichteten einige Provider über eine starke Steigerung des Einsatzes von Interim Managern, sowohl bezüglich Quantität als auch Wertigkeit der Positionen.

International agierende Branchengrößen führen die Liste der Auftraggeber an

Zu den Kunden gehören vorwiegend internationale Firmen aus den Branchen Pharma, Chemie, Automobilzulieferer, IT/Telco. Im Bankenumfeld stieg wegen des Themas „Stresstest 2014“ der Bedarf an spezialisierten Projektmanagern. Spezialisierte Provider gingen zudem von einem starken Wachstum des Interim Managements im Finanz- und Rechnungswesen aus, da über 40% der befragten Unternehmen in diesem Bereich zusätzliches Personal einstellen möchten. Zunehmend gehören auch Dienstleistungs- und Onlineunternehmen zu den Auftraggebern, die bislang noch keine Interim Manager eingesetzt haben.

Ein Grund, Manager auf Zeit einzustellen, ist die Vakanzüberbrückung: Offene Stellen können oft nicht schnell genug mit geeigneten fest angestellten Mitarbeitern besetzt werden. Allerdings kommt der Einsatz von qualifiziertem Personal auf Zeit – einschließlich Interim Managern – auch immer stärker als als Werkzeug der Personalpolitik zum Einsatz. Bei den besonders gesuchten Funktionen standen General Management, Business Development, Change-Management, Prozessoptimierung, Effizienzsteigerung sowie weitere Funktionen, die der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit dienen, oben auf der Liste. Die Restrukturierung rangierte auf mittlerem Niveau: Trotz allgemein guter Wirtschaftslage befindet sich eine signifikante Anzahl von Unternehmen in Schieflage, da notwendige Anpassungsmaßnahmen nicht, zu spät oder fehlerhaft durchgeführt wurden.

Mittelstand verhält sich abwartend

Die Auftragsflaute im Maschinenbau, wobei der Rückgang der Exporte nach Russland mit 16% Prozent im ersten Quartal 2014 herausragte, wirkte sich negativ auf Projektabschlüsse in diesem Segment aus. Insgesamt reagiert der deutsche Mittelstand sehr vorsichtig und wartet ab: Es besteht eine gewisse Unsicherheit, ob die gute wirtschaftliche Situation weiterhin anhält – man traut der zukünftigen Stabilität nicht. Zum anderen fehlt wegen der noch guten Situation ein gewisser Handlungsdruck. Dies trifft vor allem auf kleine und mittlere Auftraggeber zu, die bislang wenig Erfahrung mit Interim Management haben. Andererseits gibt es „Profi-Nutzer“, die Interim Management als Regeldienstleistung einsetzen. Zudem zeichnet sich ein Trend ab zu Interim Managern mit stärkerer beratender Funktion.

Viele Anfragen – langsame Entscheidungen der Kunden

Eine Reihe von Providern berichtete über Verschiebungen sowie schwierige Entscheidungsprozesse bei der Auftragsvergabe. Der zeitliche Verlauf zwischen Anfrage und Entscheidung habe sich deutlich verlängert. Auffällig viele Projekte würden nach Vorstellung geeigneter Interim Manager vom Kunden mit der Begründung „Interne Lösung“ gestoppt, oder die Auftraggeber vertagten das ganze Thema nochmals. Da potentielle Auftraggeber Anfragen jedoch breit streuen, halten sie viele Provider und Sozietäten in Trab.

Das Angebot an Interim Managern und Experten, die neu auf den Markt kommen, nimmt derzeit signifikant zu, was zu einem deutlich härteren Wettbewerb führt. Möglicherweise steigt das Angebot schneller als die Nachfrage.

Details zu den Aussagen der einzelnen Provider und Sozietäten finden sich ab Seite 12 des aktuellen Interim Management Magazins des DDIM.

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