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Unternehmensinsolvenzen in der Möbelindustrie häufen sich – Bestätigung der Prognose der SEViX Möbelstudie

Bremen, 10. Januar 2015 – Anfang November 2014 veröffentliche die auf Business Transformation spezialisierte SEViX® GROUP eine erste Studie zur Lage der Möbel herstellenden Industrie. Die Analyse deckte die „abschmelzenden Eigenkapitalquoten bei hohen sonstigen Betriebskosten“ und die Liquiditätsschwäche vieler Unternehmen der Branche auf. Bei Kastenmöbelherstellern hielt die Studie fest, dass traditionelle Hersteller ein negatives operatives Ergebnis erzielen.

3 deutsche Kastenmöbelhersteller gehen innerhalb von 5 Wochen in Insolvenz.

Gut drei Wochen nach Veröffentlichung der Studie stellte Wellemöbel GmbH aus Bad Lippspringe bei Paderborn, einer der größten deutschen Hersteller von Kastenmöbeln, einen Insolvenzantrag. Zwei Wochen später folgte die Holtkamp GmbH und Co. Möbelwerk KG aus Melle bei Osnabrück. Am zweiten Tag des neuen Jahres 2015 schließlich traf es die Paschen & Companie GmbH & Co. KG aus Wadersloh bei Lippstadt, Marktführer bei Bibliotheken.

Diese Insolvenzen bestätigen in eindrucksvoller Weise einige Schlussfolgerungen der SEViX® GROUP Studie: „Die Branche muss zügig Transparenz in den Unternehmen schaffen und Transformation in Angriff nehmen. Die Zeit zum Handeln drängt, das Prinzip Hoffnung ist aussichtslos!“

SEViX® GROUP wies zuvor in der Möbelstudie auf die prekäre Lage der Branche hin.

Jean-Claude Bisenius, Leiter von bisenius. manage-consult und Partner von SEViX® GROUP stellt fest: „Der Ausgang der bislang drei Insolvenzverfahren ist ungewiss. Unsere Analyse zeigt jedoch klar, dass weitere Insolvenzen von Möbelherstellern folgen werden. Bei einigen Unternehmen besteht dringender Handlungsbedarf.“

Es ist wichtig, dass eine Sanierungsberatung die Option der Insolvenz in Eigenverwaltung oder des Schutzschirmverfahrens frühzeitig in Betracht zieht. Damit steigt in einem Insolvenzplanverfahren die Chance auf Weiterführung des Betriebs mit den bisherigen Gesellschaftern. Erfolgt die Antragsstellung jedoch zu spät, bleibt bestenfalls die übertragende Sanierung, d. h. die Übernahme des Unternehmens durch einen Investor. Alternativ erfolgt die Abwicklung, also die vollständige Liquidation des Unternehmens unter Verlust aller Arbeitsplätze.

Unternehmen, die sich in einer existenzbedrohenden Krise befinden, sollten die Option der Sanierung unter Insolvenzschutz in Betracht ziehen.

Eine Sanierung unter Insolvenzschutz in Eigenverwaltung, wie im Fall der Wellemöbel, entlastet das Unternehmen finanziell während des Eröffnungsverfahrens, das in der Regel drei Monate dauert: Mit dem Insolvenzgeld übernimmt die Agentur für Arbeit die Personalkosten; der Betrag, der an das Finanzamt abzuführenden Umsatzsteuerlast, der bei einem Unternehmen mit hohen Umsätzen im Inland erheblich ist, wird im Zuge des Verfahrens erstattet. Als Eigenverwalter kann der Unternehmer zudem frei entscheiden, welche eingegangenen Verträge er weiterhin erfüllen will und welche nicht. Beim Abbau von Mitarbeitern gelten auf längstens 3 Monate verkürzte Kündigungsfristen. Eine weitere Entlastung wird durch die Übernahme der Rückstellungen für Pensionen durch den Pensions-Sicherungs-Verein erzielt. Kurzum: Das Unternehmen wird finanziell gestärkt und schüttelt Altlasten für den Neustart ab!

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung stärkt die finanzielle Basis des Unternehmens.

Insbesondere bei personalintensiven Unternehmen, die erhebliche Umsätze im Inland tätigen, wird die Aktivseite der Bilanz durch den verringerten Abfluss von Barmitteln gestärkt. Auf der Passivseite erhöht sich das Eigenkapital durch Verzichte der ungesicherten Gläubiger, die im Insolvenzplanverfahren in der Regel nur mit einer geringen Quote befriedigt werden. „Die durch das Insolvenzverfahren gewonnene finanzielle Stärkung, die „sauerstoffreichere Luft zum Atmen“ bietet, ist allerdings nur von kurzfristiger Dauer,“ so Rainer Ulrich, Gründer der auf Business Transformation spezialisierten SEViX® GROUP.

In der Folge ist es wichtig, dass die im gestalterischen Teil des Insolvenzplans enthaltenen Sanierungsmaßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Leistungswirtschaft das Unternehmen langfristig wieder zu hoher Profitabilität führen. Einige wenige Unternehmen der Möbelindustrie beweisen eindrucksvoll, dass diese hohe Profitabilität durchaus möglich ist.

Nur eine nachhaltige Verbesserung der Leistungswirtschaft führt langfristig zu hoher Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität.

Hermann Hänsler, Partner von SEViX® GROUP und federführender Autor der Studie betont: „Bei der Konzeption und Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen bedarf es eines auf Branchen-Know-how basierenden Business Transformation Managements. SEViX® GROUP besitzt sowohl eine tiefgreifende Expertise in der Möbelindustrie als auch die Methodenkompetenz der Business Transformation. Unsere Berater und Interim Manager unterstützen die Unternehmen in allen Phasen der Sanierung, auch unter Insolvenzschutz.“

Jean-Claude Bisenius ergänzt: „Unternehmen der Branche, die in Schwierigkeiten stecken, sind also gut beraten, sich Hilfe bei einem Dienstleister zu holen, der sich in der deutschen Möbelindustrie auskennt und gleichzeitig in der Lage ist, das Unternehmen durch eine außergerichtliche Sanierung, ein Schutzschirmverfahren oder eine Eigenverwaltung zu führen. Entscheidend ist jedoch die Umsetzung der Business Transformation nach Abschluss eines möglichen Insolvenzverfahrens, um eine langfristige und nachhaltige Verbesserung der Wettbewerbsposition zu erreichen. Eine völlig falsche Entscheidung wäre es, aus Scham vor einem denkbaren Insolvenzverfahren auf eine Verbesserung der Geschäftslage zu hoffen, dabei immer tiefer in die Krise zu schlittern und am Ende in der Insolvenz abgewickelt zu werden“, so Herr Bisenius weiter.

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